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Verkehr und ÖPNV

Mit den BürgerInnen, nicht gegen sie

Der Verkehr in der Landeshauptstadt Düsseldorf stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Täglich pendeln etwa 285.000 Personen, entweder mit dem Auto oder mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), in und aus der Stadt heraus. Dabei entfallen rund 30 Prozent auf den ÖPNV und Radverkehr und 70 Prozent auf den motorisierten Individualverkehr. Die Pendlerinnen und Pendler tragen maßgeblich zu den Gewerbesteuereinnahmen Düsseldorfs bei.

Deshalb fordern wir die Entwicklung eines gesamtheitlichen Verkehrskonzeptes unter der Berücksichtigung aller Verkehrsmittel, das die Realitäten des Wirtschaftsstandortes widerspiegelt. Dazu soll das Kernstraßenkonzept der Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf als Grundlage dienen. Das Konzept beschreibt, auf welchen Straßen aufgrund ihrer Auslastung und herausragenden Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr die Einrichtung eines neuen Radwegs zu Konflikten führt.
Wir wollen den Anteil und die Attraktivität des ÖPNV sowie der Rad- und Fußwege steigern, ohne andere Verkehrsarten ideologisch zu bekämpfen.

Rheinbahn

Unser Ziel ist, den ÖPNV-Anteil in Düsseldorf zu erhöhen. Dies soll durch Maßnahmen wie engere Taktungen, den Bau neuer Strecken und mehr Komfort erreicht werden. Die Sicherheit im ÖPNV, insbesondere für Frauen, ältere Menschen und schwächere Personen, soll verbessert werden. Zudem wird der Ausbau des Netzes in bevölkerungsstarken Gebieten angestrebt, sowie die Bereitstellung von Klimaanlagen, USB-Steckdosen, mehr Sitzmöglichkeiten und ausreichend Platz für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen in allen Fahrzeugen. Eine wachsende Rheinbahn erfordert ausreichend Platz für Kapazitätserweiterungen. Deshalb setzen wir den Bau neuer Betriebshöfe mit Nachdruck um. Wir konzentrieren uns darauf, das Netz in Gebieten mit starkem Wachstum auszubauen, damit die Anwohnerinnen und Anwohner auf eine gute Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs zurückgreifen können.
Die Rheinbahn steht bis 2035 aufgrund der Antriebs- und Verkehrswende vor einem umfangreichen Investitionsbedarf, der mehrere Milliarden Euro beträgt. Diese Ausgaben kann die Stadt Düsseldorf nicht allein aus eigenen Mitteln stemmen. Deshalb wollen wir zum einen den Kostendeckungsgrad der Rheinbahn erhöhen und zum anderen Fördermittel aus der Europäischen Union, dem Bund und dem Land heranziehen. Der verbleibende Eigenanteil der Stadt soll durch steigende Einnahmen aus Fahrgeldern und eine solide Haushaltsführung der Stadt gedeckt werden. Eine Gebühr für den Öffentlichen Personennahverkehr für Gewerbetreibende, wie sie in Baden-Württemberg mit dem Mobilitätspass eingeführt wurde, Unternehmen und alle Bürgerinnen und Bürger lehnen wir kategorisch ab, da diese zusätzliche Bürokratie verursacht und den Wirtschaftsstandort Düsseldorf schwächen könnte. In digitalen Werbeflächen entlang populärer Strecken sehen wir ein besonderes Potenzial, um die finanzielle Situation der Rheinbahn weiter zu verbessern.

Alle Fahrzeuge sollen mit digitalen Fahrgastzählern ausgestattet werden und damit die Transportkapazität an die tatsächliche Nachfrage angepasst werden. Außerdem sollen die Daten zusammen mit dem aktuellen Standort aller Fahrzeuge zu einem Echtzeittracking integriert werden, das realistische Ankunfts- und Abfahrtprognosen in der App und dem Fahrgastinformationssystem an den Haltestellen anzeigt.
Es besteht ein dringender Bedarf, die Situation im ÖPNV auch kurzfristig deutlich zu verbessern. Hierzu sollen die Auslastungen der (Metro-)Buslinien genau überprüft werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können wertvolle Hinweise liefern, wie die Ressourcen am besten genutzt werden können. Auf Basis dieser Auswertungen soll die Rheinbahn ihre Fahrpläne anpassen und gegebenenfalls Strecken verändern, um den Bedürfnissen der Fahrgäste bestmöglich gerecht zu werden.

Um den Berufs- und Ausbildungsverkehr zu entzerren, schlagen wir vor, den Beginn des Schulunterrichts für ältere Schülerinnen und Schüler nach hinten zu verlegen. Die genaue Uhrzeit soll gemeinsam mit allen relevanten Akteuren festgelegt werden. Auf diese Weise können die Kapazitäten der Rheinbahn gleichmäßiger genutzt werden.
In Zusammenarbeit mit den Düsseldorfer Unternehmen setzen wir uns dafür ein, dass verstärkt Firmentickets ausgestellt und flexible Arbeitszeitmodelle gefördert werden. Damit wollen wir sowohl den individuellen Bedarf an Mobilität decken als auch die Auslastung des ÖPNV verbessern.

Wir möchten das Busliniennetz weiter ausbauen und dabei verständlicher strukturieren. Dazu soll die Buslinie 834 zu einer Ringbusline vervollständigt werden, die vom Hauptbahnhof über die Graf-Adolf-Straße/Königsallee, die Rheinkniebrücke nach Oberkassel zum Seestern, die Theodor-Heuss-Brücke, zur Fachhochschule, über Düsseltal und Flingern zum Worringer Platz und zum Hauptbahnhof verlaufen soll. Andere Buslinien kreuzen diese innere Ringbusline. Daraus entsteht ein neues systematisches Busnetz. Die Buslinie 725 möchten wir zur neuen Innenstadtanbindung von Düsseldorf-Ost aus verlängern. Pendlerhubs sollen das Umsteigen vom Auto auf den ÖPNV erleichtern. Wir setzen uns für kleine, im Kreis fahrende autonome Shuttlebusse vom Hauptbahnhof zur Königsallee und zur Altstadt ein, die vor allem Seniorinnen und Senioren und Familien mit Kindern durch die Innenstadt transportieren können.

Darüber hinaus wollen wir eine verbesserte Erreichbarkeit der östlichen Stadtteile sowie der Städte Erkrath und Mettmann in den Abendstunden. Wir fordern eine häufigere Taktung auf den Buslinien 733, 738 und 737, insbesondere an den Wochenenden.

Die Verkehrsanbindung der Heinrich-Heine-Universität soll verbessert werden, indem die Straßenbahnlinie 706 bis zur Heinrich-Heine-Universität verlängert und die Verbindungen nachts enger getaktet werden.

Um den steigenden Bedarf an Fahrpersonal abzufedern, möchten wir langfristig den Weg für einen autonomen Schienen- und Busverkehr ebnen. Zusammen mit der Rheinbahn planen wir, auf mindestens einer ihrer Linien Pilotprojekte zum autonomen Fahren durchzuführen. Unser Ziel ist es, die vollen rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen und zu identifizieren, welche Linien für eine zunächst teilweise Umsetzung geeignet sind.

Das Angebot „flexy“ ist ein On-Demand-Service – also Mobilität auf Bestellung ohne festen Fahrplan oder Linienweg. Leider ist das Angebot nur in Teilen Düsseldorfs verfügbar, sehr unbekannt und wird wenig genutzt. Wir wollen das Angebot zusammen mit einer Imagekampagne auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten und in die Rheinbahn-App integrieren. Unsere Vision ist die schnelle Einführung autonom fahrender Kleinbusse, die in den Randbezirken der Stadt als kosteneffiziente Alternative zu Linienbussen mit geringer Auslastung dienen könnten. Diese könnten besser auf die individuelle Mobilitätsnachfrage der Anwohnerinnen und Anwohner reagieren und dabei Kosten sparen. Düsseldorf soll sich intensiv um die Teilnahme an entsprechenden Modellprojekten bemühen, um diese Vision Realität werden zu lassen.

Dort, wo Straßenbahnen starker verkehrlicher Auslastung bei zugleich geringem Platzangebot ausgesetzt sind, sollen ihre Trassen unterirdisch verortet werden. Die dadurch freiwerdenden Flächen können so mehr Aufenthaltsqualität und verkehrliche Entspannung ermöglichen. Dort, wo sich unvermeidbarer Autoverkehr und Straßenbahnen gegenseitig behindern, verfolgen wir eine langfristige unterirdische Verlegung. Diese kann aus Kostengründen auch als sogenannte Unterpflasterbahn in geringer Tiefe erfolgen, sodass Rampen kurzgehalten und Kosten begrenzt werden können. Die künstliche Verknappung des Straßenraums z. B. im Bereich der Erkrather Straße werden wir zurücknehmen, da sich dort regelmäßig lange Staus bilden und der ÖPNV nur minimal profitiert.

Fußverkehr

Im Bereich des Fußverkehrs legen wir besonderen Wert auf die Beseitigung von Stolperfallen, Instandsetzung der Gehwege und eine bessere Wegeführung im Bereich von Baustellen. Dafür wollen wir die Rolle der Fußverkehrsbeauftragten stärken.
Daneben wollen wir Kreuzungen, die intensiv von Fußgängerinnen und Fußgängern genutzt werden, mit einer „Rundum Grün“-Regelung ausstatten. Ein Beispiel dafür ist die
Königsallee. Das bedeutet, dass es Phasen geben soll, in denen alle Ampeln für Fußgängerinnen und Fußgänger auf grün geschaltet sind und der übrige Verkehr eine Rotphase hat, was für mehr Sicherheit und Komfort für Fußgängerinnen und Fußgänger sorgen soll.

Radverkehr

Im Bereich des Radverkehrs streben wir eine hohe Qualität, Durchgängigkeit und eine fokussierte Investition an. Wir wollen konsequent Schlaglöcher in Radwegen durch eine Instandhaltungsoffensive abbauen und darüber hinaus das Baustellenmanagement dahingehend optimieren, dass Radfahrerinnen und Radfahrer eine sichere Umleitung erhalten und nicht dem motorisierten Individualverkehr untergeordnet werden. Alle zukünftigen Bauprojekte müssen eine deutliche Kennzeichnung durch Oberflächenmarkierung ermöglichen, damit Situationen wie auf der Schadowstraße in Zukunft vermieden werden.

Wir unterstützen das Konzept der Radleitrouten. Radleitrouten sind Fahrradwege, die durchgängig durch das gesamte Stadtgebiet verlaufen von Ost nach West und von Nord nach Süd. Sie ermöglichen ein durchgängiges und dadurch schnelles Vorankommen. Bei der Planung der Radleitrouten bevorzugen wir die funktionelle Trennung des motorisierten Individualverkehrs vom Radverkehr und eine Anpassung der Ampelschaltungen an die Geschwindigkeit des Radverkehrs. Eingriffe in die kritischen Hauptverkehrsachsen des motorisierten Individualverkehrs sollen vermieden werden.
Für uns steht die Sicherheit der Radfahrenden im Fokus. Deshalb setzen wir uns dafür ein, das Radhauptnetz zu schließen und um weitere Fahrradstraßen in geeigneten Quartieren zu ergänzen, da die komfortabelste Verbindung häufig nicht entlang einer Hauptstraße liegt. Radverkehr muss bei allen Verkehrs- und Erschließungskonzepten von Anfang an als eigenständige und gleichberechtigte Verkehrsform berücksichtigt werden. Dies beinhaltet insbesondere eine flächenmäßig funktionale Verteilung der Flächen für Fuß-, Rad- und Autoverkehr. Das Radhauptnetz wollen wir daraufhin überprüfen, ob es alternative Routen an Engstellen gibt, die den Radfahrenden mehr Platz bieten und ein angenehmeres Fortkommen ermöglichen. Diese Routen sollen durch eine farbige Fahrbahndecke markiert werden, um die Orientierung zu erleichtern.

Die schwarz-gelbe Koalition in Nordrhein-Westfalen hat das Konzept der Mobilitätsstationen als zentrale Knotenpunkte etabliert, die verschiedene Verkehrsmittel und Mobilitätsdienste an einem Ort bündeln und so eine nahtlose und umweltfreundliche Fortbewegung ermöglichen. Mobilitätsstationen erhöhen das Angebot an individueller Mobilität und tragen zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs bei. Sie fördern den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel und unterstützen die Verkehrswende hin zu einer umweltfreundlicheren und effizienteren Mobilität. Unser Ziel ist es, das Netz von Mobilitätsstationen in der Innenstadt zu verdichten und in den Randbezirken zu etablieren, um den Bürgerinnen und Bürgern flexible und nachhaltige Mobilitätsoptionen zu bieten. Dabei soll die Auswahl der Standorte unter Erhaltung möglichst vieler Parkplätze stattfinden.

Ein „Knotenpunkt-System“ nach niederländischem Vorbild soll die Navigation für Radfahrerinnen und Radfahrer in der Stadt deutlich erleichtern. Die Idee hinter dem Knotenpunktsystem ist einfach: Jeder Knotenpunkt hat eine Nummer. Indem man von einem Knotenpunkt zum nächsten radelt, kann man eine maßgeschneiderte Radroute erstellen. Dieses Konzept wollen wir eng mit den Nachbargemeinden abstimmen, um eine nutzerfreundliche Lösung zu bieten, die über die Stadtgrenzen hinausgeht.
Der Ausbau der Radwege in Düsseldorf wird durch ineffiziente Prozesse in der Verwaltung und Politik behindert. Deshalb möchten wir diese Prozesse auf Effizienz prüfen und optimieren, um die Ausbaugeschwindigkeit des Radhauptnetzes signifikant steigern zu können.

Motorisierter Individualverkehr

Unser Ziel ist es, durch Bedarfsampeln, die etwa nachts ausgeschaltet sind, und durch die Wiedereinführung der Grünen Welle in Düsseldorf einen flüssigeren motorisierten Individualverkehr zu ermöglichen. Dies trägt zur Entlastung der Verkehrsteilnehmenden bei und ermöglicht eine moderne und umweltverträgliche Verkehrssteuerung. Um den Ausbau für die Ladeinfrastruktur effizienter zu gestalten und attraktive Tarife zu erreichen, soll diese öffentlich ausgeschrieben werden. Wir wollen einen fairen Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern ohne Monopolstellung einzelner. Bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Elektrifizierung auf Parkplätzen sind insbesondere der Innenstadtbereich und angrenzende Wohnviertel von hoher Priorität.
Um einen nahtlosen Übergang zwischen den verschiedenen Mobilitätsangeboten zu gewährleisten, planen wir den Bau von zusätzlichen Park-and-Ride-Häusern mit hoher Kapazität. Diese werden über Schienen oder (Metro-)Buslinien an die ÖPNV-Knotenpunkte angeschlossen. Um die Nutzung dieser Angebote attraktiv zu gestalten, setzen wir auf eine entgeltfreie Nutzung bei vorhandenen Nahverkehrstickets. Dazu gehören vergünstigte Rheinbahn-Tagestickets, günstige Monats-Abonnements oder eine kostenlose Nutzung für Rheinbahn-Abonnenten. Eventuell könnten auch Veranstaltungstickets ausgegeben werden, die die Nutzung der Park-and-Ride-Systeme ebenso wie die des ÖPNV abdecken. Darüber hinaus streben wir Kooperationen mit dem Düsseldorfer Einzelhandel an, indem Kunden beim Vorzeigen ihres Park-and-Ride-Tickets Einkaufsrabatte erhalten könnten.

Wir wollen, dass die Bezirksvertretungen über ein räumlich differenziertes, digitales Parkraummanagement entscheiden. Dieses soll Berufspendlerinnen und -pendler zur Nutzung der Park-and-Ride-Anlagen motivieren und gleichzeitig den knappen Parkraum in Wohngebieten den Anwohnerinnen und Anwohnern zur Verfügung stellen. Dabei möchten wir sicherstellen, dass Kurzbesuche durch eine angepasste Parkscheibenregelung weiterhin möglich bleiben.

Wir setzen uns für den Bau neuer Quartiersgaragen ein, um dem wachsenden Parkdruck zu begegnen. Die Garagen sollen mit einer Ladeinfrastruktur versehen sein. Wir setzen uns zudem für den Erhalt von öffentlichen Parkplätzen in den Quartieren ein. Dabei sollen sich Dimensionierung und Standorte nach den Ergebnissen einer Erhebung richten: Nach dem Vorbild Berlins soll der gesamte städtische Parkraum mit KI-gestützten Video-Fahrzeugen kartiert und der Parkdruck so analysiert werden. Im Ergebnis wollen wir erreichen, dass der öffentliche Raum, der derzeit unnötig durch ruhenden Verkehr belegt wird, für den fließenden Verkehr zugänglich gemacht wird.
Außerdem streben wir die Ausweitung intelligenter Parkleitsysteme an, die freie Parkplätze in Echtzeit anzeigen und Parksuchverkehre reduzieren. Hinzu kommen digitale Bezahlmöglichkeiten, die das Parken vereinfachen und beschleunigen.
Wir möchten alle Parkautomaten mit einer Kurzparker-Taste für kostenloses kurzfristiges Parken von 30 Minuten ausstatten. Dadurch soll die Fluktuation im Parkraum erhöht und die Durchführung von Kurzeinkäufen und Abholungen erleichtert werden. Darüber hinaus entlastet es die Ordnungsämter und die Polizei bei Bagatellverstößen. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die nächtliche Freigabe von halböffentlichen Parkplätzen für Anwohnerinnen und Anwohner, um den Parkdruck in Wohngebieten zu verringern.
Auch Roller- und Motorradparkplätze wollen wir als integralen Bestandteil unseres Parkraumkonzepts berücksichtigen. Gut platzierte, gesicherte und leicht zugängliche Abstellmöglichkeiten tragen zur Sicherheit und Bequemlichkeit der Zweiradfahrenden bei und halten Gehwege und öffentliche Bereiche frei von unsachgemäß abgestellten Fahrzeugen

Wir befürworten die Einführung von Tempo 30 in reinen Wohngebieten. Ein wichtiges Kriterium für uns ist allerdings, dass sich die Reisezeiten des ÖPNV durch diese Maßnahme nicht verschlechtern. Ein generelles Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet oder in einzelnen Stadtbezirken, insbesondere auf Hauptstraßen, lehnen wir ab.
Wir fordern eine schnelle Realisierung der Ortsumgehung Oberbilk östlich des Oberbilker Marktes als Ersatz für die alte S-Bahn-Linie. Die Umsetzung soll lückenlos nach dem Ende der Nutzung der vor Ort verlegten S-Bahn-Strecke für RRX-Ersatzverkehre erfolgen.
Wenn E-Auto-Akkus zur Netzstabilisierung beitragen und Fahrzeuge bevorzugt dann laden, wenn überschüssiger Ökostrom verfügbar ist, entstehen ökologische und ökonomische Vorteile. Die Stadt Düsseldorf soll daher Ladepunkte auf öffentlichem Grund ausschreiben. Anbieter sollen sich mit innovativen Konzepten auf Basis dynamischer Strompreise bewerben können. In Deutschland gehen derzeit viele Kapazitäten erneuerbarer Energie verloren, da Sonne und Wind nicht immer mit dem Verbrauchsbedarf übereinstimmen – eine intelligente E-Mobilität kann genau hier ansetzen.

Lieferverkehr

Wir begrüßen Investitionen in umweltfreundliche Formen des Lieferverkehrs, um die Nachhaltigkeit und Lebensqualität in unseren Städten zu verbessern und um Staus und Hindernisse durch parkenden Lieferverkehr zu reduzieren. Bereits in der Vergangenheit wurden verschiedene Pilotprojekte zum innerstädtischen Lieferverkehr initiiert. Eine sorgfältige Auswertung dieser Projekte ist aus unserer Sicht unerlässlich, um Erkenntnisse über deren tatsächliche Wirkung zu gewinnen. Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die innerstädtische Logistik effizient, umweltverträglich und wirtschaftlich tragfähig gestalten. Unternehmen tragen bereits heute zur Optimierung ihrer Lieferprozesse bei. Dabei gilt: Lieferverkehr muss planbar und kostenoptimiert bleiben. Zusätzliche Gebühren oder bürokratische Hürden lehnen wir ab, wenn sie die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands gefährden.

Abschließend ist es unser Ziel, dass in jedem Straßenzug ausreichend Haltebuchten verfügbar sind. Dies erleichtert insbesondere die Arbeit von Paketzulieferern, häuslichen Pflegediensten und anderen Dienstleistern. Zu wenige verfügbare Haltebuchten sorgen aktuell für unnötige Arbeitszeitverluste und führen zur Behinderung von Einsatzfahrzeugen, Radwegen und anderen Verkehrsteilnehmenden.

Taxi- und Mietwagengewerbe

Zur Entlastung und als Ergänzung des ÖPNVs sind weitere, auch private, Mobilitätsdienstleistungen unerlässlich. Wir begrüßen daher die Markterweiterung durch digitale Fahrtenvermittlung zu fairen marktwirtschaftlichen und wettbewerbsrechtlich einwandfreien Bedingungen für alle Anbieter. Ein wichtiger Fokus liegt für uns auf der Förderung von Elektrofahrzeugen im Taxi- und Mietwagengewerbe. Dazu wollen wir die Ladeinfrastruktur ausbauen, indem wir Schnellladestationen an wichtigen Orten wie Flughäfen und Bahnhöfen installieren. Außerdem planen wir die Neuorganisation von Taxihalteplätzen und die Einführung digitaler Warteschlangen, um die Ladezeiten für Fahrerinnen und Fahrer zu optimieren. Mit diesen Maßnahmen wollen wir elektrisch betriebene Taxis und Mietwagen attraktiver machen und zur Verringerung der Luftverschmutzung beitragen.

Luftfahrt

Der Großraum Düsseldorf profitiert erheblich vom lokalen Flughafen, da er eine Anbindung an den internationalen Luftverkehr darstellt. Wir erkennen die positiven ökonomischen Auswirkungen an und unterstützen die Aufrechterhaltung und Ausweitung des Luftverkehrs, einschließlich weiterer interkontinentaler Verbindungen.
Wir unterstützen den Masterplan 2045 des Flughafen Düsseldorf und die bessere Anbindung des Flughafens durch den zweiten und dritten Bauabschnitt der U81 ins Linksrheinische und nach Ratingen. Wir setzen uns für die Vermeidung von Umweltbelastungen und Lärmemissionen am Flughafen ein und sprechen uns daher für die Elektrifizierung von allen Flugzeugparkplätzen ein. Zudem unterstützen wir den Einsatz von neuen, CO2-neutrale Antriebsarten am Flughafen Düsseldorf.

Der Flughafen Düsseldorf ist das internationale Drehkreuz Nordrhein-Westfalens und ein zentraler Standortvorteil für Unternehmen, Beschäftigte und Reisende. Wir setzen uns für internationale Verbindungen, z. B. in die USA (New York, Chicago, Atlanta, LA), China, Indien oder Japan ein. Voraussetzung dafür ist, dass der Flughafen dafür Bedingungen schafft, damit Luftfahrtgesellschaften den Standort Düsseldorf wieder als attraktiv einstufen.
Der Flughafen trägt mit über 20.000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen auch entscheidend zur regionalen Wertschöpfung bei. Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Stellenwert durch zukunftsgerichtete Maßnahmen weiterwächst, z. B. den Ausbau von Büro- und Konferenzflächen für internationale Unternehmen, Airlines und Dienstleister im Umfeld des Flughafens, digitale Infrastruktur und schnelle Genehmigungsverfahren, um Investitionen zu erleichtern und die Zusammenarbeit mit Hochschulen und beruflichen Ausbildungsstätten zur Entwicklung von Fachkräften für Luftfahrt, IT, Logistik und internationale Verwaltung.

Elektrokleinstfahrzeuge

Elektrokleinstfahrzeuge, wie z. B. E-Scooter, spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der städtischen Mobilität und bieten eine flexible, umweltfreundliche Alternative für Kurzstrecken. Diese Fahrzeuge tragen zur Reduzierung von Staus und Emissionen bei, indem sie insbesondere für die sogenannte “letzte Meile“ zwischen ÖPNV und endgültigem Ziel genutzt werden. Um das Potenzial von Elektrokleinstfahrzeugen voll auszuschöpfen, ist eine gut ausgebaute Infrastruktur erforderlich, die ein enges Netz aus sicheren und zugänglichen Abstellmöglichkeiten umfasst.
Die vergangene Reduktion der Flottengröße hat in den äußeren Stadtteilen zu einer schlechteren Versorgung mit Elektrokleinstfahrzeugen geführt. Das wollen wir durch eine Ausschreibung ändern: Mehrere Anbieter sollen mit der Versorgung beauftragt und dabei an eine Dienstleistungsvereinbarung gebunden werden.

Schifffahrt

Die Binnenschifffahrt wird weiterhin an Bedeutung gewinnen. Wir setzen uns daher für den Erhalt des für den Industriestandort Düsseldorf wichtigen Reisholzer Hafen und für die Prüfung einer Erweiterung ein. Hierbei sind die Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der lokalen Gewerbe- und Industriebetriebe einzubeziehen. Für Schiffe, die in Düsseldorf anlegen, setzen wir uns dafür ein, dass anstatt der bordeigenen Dieselgeneratoren die Stromentnahmestellen genutzt werden.