Änderungsantrag der FDP-Ratsfraktion im Rat zur Vorlage OVA/061/2026 - Neugestaltung Konrad-Adenauer-Platz
Antrag:
Die Vorlage OVA/061/2026 wird wie folgt geändert:
1. Die unter Projekt 1: Konrad-Adenauer-Platz Freianlagen und Verkehrsanlagen geschilderte Neuplanung des Radwegs („Ein Zweirichtungsradweg wird in Längsrichtung (Ausrichtung Nord-Süd), zwischen Graf-Adolf-Straße und Immermannstraße östlich der Straßenbahngleise über den Platz geführt.“) wird an der geplanten Stelle nicht umgesetzt. Der Verlauf des Radwegs wird neu geplant und im Bereich der Busspuren mitgeplant.
2. Die ebenfalls unter Projekt 1: Konrad-Adenauer-Platz Freianlagen und Verkehrsanlagen erwähnte Reduzierung der Kurzzeitparkplätze auf 30 wird nicht umgesetzt, die im Wettbewerb ursprünglich vorgesehenen 75 Parkplätze werden eingerichtet. Das Umfeld wird dementsprechend neu geplant.
Begründung:
Der aktuell geplante, mitten über den Bahnhofsvorplatz verlaufende Radweg führt weder zu einer überzeugenden Verbesserung der Verkehrssituation noch zu einer ausgewogenen Berücksichtigung aller Nutzergruppen. Im Gegenteil: Die vorgesehene Führung des Radverkehrs schafft erhebliche Sicherheitsrisiken für Fußgängerinnen und Fußgänger. Diese müssen beim Betreten und Verlassen des Hauptbahnhofs den Radweg zwangsläufig kreuzen, wodurch zusätzliche Konfliktpunkte und Unfallgefahren entstehen. Die vorgesehene Führung des Radverkehrs birgt erhebliche sicherheitsrelevante und funktionale Nachteile.
Im Umkehrschluss wird auch der Radverkehr ausgebremst. Am hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkt Hauptbahnhof ist absehbar, dass Radfahrer ihre Geschwindigkeit regelmäßig reduzieren oder abrupt abbremsen müssen, um den kreuzenden Fußgängerinnen und Fußgängern auszuweichen und Kollisionen zu vermeiden. Dadurch steigt das Risiko von Unfällen und gefährlichen Situationen erheblich.
Ausgebremst werden durch die Planungen zusätzlich auch die Autofahrer und hier besonders die Kurzzeitparker, die Reisende zum Bahnhof bringen oder abholen. In besonderem Maße sind mobilitätseingeschränkte Personen, ältere Menschen, Familien mit Kindern sowie Reisende mit schwerem Gepäck auf kurze Wege und ausreichend vorhandene Kurzzeitparkmöglichkeiten angewiesen. Gerade für diese Gruppen bedeutet jede weitere Reduzierung der Stellplätze eine spürbare Verschlechterung der Zugänglichkeit und eine unnötige zusätzliche Belastung.
Besonders kritisch ist die fortlaufende Reduzierung der Kurzzeitparkplätze im Planungsverlauf: Waren im ursprünglichen Wettbewerb noch 75 Plätze vorgesehen, wurden daraus zunächst 59 (OVA/146/2023/1) und zuletzt nur noch 30 Stellplätze (OVA/061/2026).
Wir beantragen daher eine Planung, die weder Radfahrer noch Autofahrer unnötig ausbremst, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet und den Hauptbahnhof für alle Nutzergruppen sicher, schnell und barrierearm erreichbar macht.