Hauptbahnhof: Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platz
Fotocredit: Landeshauptstadt Düsseldorf, KI-generiert
Die KI-Visualisierungen der Planer machen einen guten ersten Eindruck. Kritisch ist jedoch der massive Wegfall zahlreicher Parkplätze sowie die geplante Führung eines Radwegs mitten durch den Fußgängerbereich. Konflikte sind hier vorprogrammiert. Die FDP wird einen Änderungsantrag im Planungsausschuss einbringen.
Mit Blick auf die Neugestaltung sagte Fraktionsvorsitzender Mirko Rohloff: „Düsseldorf braucht einen modernen und sicheren Hauptbahnhof, denn er ist das zentrale Tor zu unserer Stadt – aber bitte mit Planung, die auch im Alltag funktioniert. Wir beantragen daher eine Planung, die weder Radfahrer noch Autofahrer unnötig ausbremst, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet und den Hauptbahnhof für alle Nutzergruppen sicher, schnell und barrierearm erreichbar macht.“
Änderungsantrag der FDP-Fraktion
Die Beschlussvorlage OVA/061/2026 wird wie folgt geändert:
- Die unter Projekt 1: Konrad-Adenauer-Platz Freianlagen und Verkehrsanlagen geschilderte Neuplanung des Radwegs („Ein Zweirichtungsradweg wird in Längsrichtung (Ausrichtung Nord-Süd), zwischen Graf-Adolf-Straße und Immermannstraße östlich der Straßenbahngleise über den Platz geführt.“) wird an der geplanten Stelle nicht umgesetzt. Der Verlauf des Radwegs wird neu geplant und im Bereich der Busspuren mitgeplant.
- Die ebenfalls unter Projekt 1: Konrad-Adenauer-Platz Freianlagen und Verkehrsanlagen erwähnte Reduzierung der Kurzzeitparkplätze auf 30 wird nicht umgesetzt, die im Wettbewerb ursprünglich vorgesehenen 75 Parkplätze werden umgesetzt. Das Umfeld wird dementsprechend neu geplant.
Begründung:
Der aktuell geplante, mitten über den Bahnhofsvorplatz verlaufende Radweg führt weder zu einer überzeugenden Verbesserung der Verkehrssituation noch zu einer ausgewogenen Berücksichtigung aller Nutzergruppen. Im Gegenteil: Die vorgesehene Führung des Radverkehrs schafft erhebliche Sicherheitsrisiken für Fußgängerinnen und Fußgänger. Diese müssen beim täglichen Betreten und Verlassen des Hauptbahnhofs den Radweg zwangsläufig kreuzen, wodurch zusätzliche Konfliktpunkte und Unfallgefahren entstehen. Die vorgesehene Führung des Radverkehrs birgt erhebliche sicherheitsrelevante und funktionale Nachteile.
Zudem wird der Radverkehr selbst ausgebremst. Die direkte Führung quer über den Platz erzeugt Konfliktpunkte mit den zahlreichen Fußgängerinnen und Fußgängern, die beim täglichen Verlassen und Betreten des Hauptbahnhofs zwangsläufig den Radweg kreuzen müssen. Gerade an einem hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkt wie dem Hauptbahnhof ist damit absehbar, dass Radfahrer ihre Geschwindigkeit regelmäßig reduzieren oder abrupt abbremsen müssen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Unfällen und gefährlichen Situationen erheblich.
Ausgebremst werden durch die Planungen zusätzlich auch die Autofahrer und hier besonders die Kurzzeitparker, die Reisende zum Bahnhof bringen oder abholen. In besonderem Maße sind mobilitätseingeschränkte Personen, ältere Menschen, Familien mit Kindern sowie Reisende mit schwerem Gepäck auf kurze Wege und ausreichend vorhandene Kurzzeitparkmöglichkeiten angewiesen. Gerade für diese Gruppen bedeutet jede weitere Reduzierung der Stellplätze eine spürbare Verschlechterung der Zugänglichkeit und eine unnötige zusätzliche Belastung.
Besonders kritisch ist die fortlaufende Reduzierung der Kurzzeitparkplätze im Planungsverlauf: Waren im ursprünglichen Wettbewerb noch 75 Plätze vorgesehen, wurden daraus zunächst 59 (OVA/146/2023/1) und zuletzt nur noch 30 Stellplätze (OVA/061/2026).