Anfrage der FDP-Ratsfraktion im Jugendhilfeausschuss: Lage und Maßnahmen zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Düsseldorf

Anfrage zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 24. Juni 2026.

Anfrage:

1)    Wie stellt sich das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Düsseldorf mit Blick auf die Dimensionen a) physische Gesundheit, b) mentales Wohlbefinden und c) soziale und schulische Kompetenzen (siehe Begründung) dar?

2)    Welche Erkenntnisse liegen zum Zusammenhang von ökonomischer Ungleichheit und den genannten Dimensionen des Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen in Düsseldorf vor?

3)    Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Stadt Düsseldorf bereits oder plant sie, um die genannten Dimensionen des Wohlbefindens gezielt zu adressieren?

Begründung:

Die im Mai 2026 veröffentlichte 20. Ausgabe der Report-Card Serie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti „Unequal chances – Children and economic inequality“ zeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich des kindlichen Wohlbefindens weiterhin unterdurchschnittlich abschneidet und lediglich Platz 25 von 37 Ländern belegt. Das Wohlbefinden ist in der Studie operationalisiert anhand von drei Dimensionen und jeweils zwei Indikatoren:

1)    physische Gesundheit: a) Kindersterblichkeit, b) Übergewicht
2)    mentales Wohlbefinden: a) Suizidrate, b) Lebenszufriedenheit
3)    Kompetenzen: a) soziale Kompetenzen, b) schulische Kompetenzen

Insbesondere bei den sozialen und schulischen Kompetenzen sind die Ergebnisse für Deutschland besorgniserregend. Während Deutschland bei der physischen Gesundheit auf Platz 15 und beim mentalen Wohlbefinden auf Platz 21 liegt, belegt es in dieser dritten Dimension lediglich Platz 34 von 37 Ländern. 

Die UNICEF-Studie belegt, dass ökonomische Ungleichheit das Wohlbefinden von Kindern in Industrieländern stark beeinträchtigt. Diese ist in der Studie operationalisiert anhand von zwei Dimensionen mit jeweils zwei Indikatoren:

1)    monetäre Ungleichheit: a) Einkommensungleichheit, b) Kinderarmut
2)    sozioökonomischer Status: a) Index of Economic, Social and Cultural Status (ESCS), b) Family Affluence Scale (FAS)

UNICEF empfiehlt daher unter anderem, konsequent in benachteiligte Kinder zu investieren, Wohnviertel kindgerecht zu gestalten, Kooperationen zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Schulen zu stärken sowie ein kontinuierliches Monitoring aufzubauen. Angesichts der Ergebnisse der Studie und des für Deutschland generell belegten Zusammenhangs zwischen Kinderarmut und niedrigem Bildungsniveau  ist insbesondere die Stärkung der Bildung zentral, um jedem Kind und Jugendlichen echte Chancen auf ein hohes Ausmaß an Wohlbefinden zu ermöglichen.

Wir sind uns darüber bewusst, dass sich entsprechende Maßnahmen in Düsseldorf bereits vielfach in Umsetzung oder in Planung befinden. Dennoch wäre ein präzises Bild der Lage in Düsseldorf anhand der UNICEF-Dimensionen hilfreich, um bestehende und geplante städtische Maßnahmen weiterzuentwickeln, auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und gegebenenfalls nachzusteuern.

Vor diesem Hintergrund bitten wir um Beantwortung der oben genannten Fragen.  

Dr. Carina Weinmann

Quellen: UNICEF Deutschland. (2026a). Ungleiche Chancen – Wie das Einkommen der Eltern die Chancen der Kinder beeinflusst. UNICEF. https://www.unicef.de/397606/data/464f801826c30ac2130cf71fbfbbc88d; UNICEF Deutschland. (2026b). UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern: Deutschland schneidet erneut unterdurchschnittlich ab. https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/unicef-studie-kindeswohl-2026/397376; UNICEF Innocenti. (2026). Unequal chances: Children and economic inequality. UNICEF. https://www.unicef.org/innocenti/media/8521/file/UNICEF-Innocenti-Report-Card-20-2026.pdf
UNICEF Deutschland. (2025). Eine Krise im Verborgenen: Kinderarmut in Deutschland. https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/-/kinderarmut-deutschland/362522